BC Lounge

BIG DADDY WILSON & BAND (ausverkauft)

...authentisch, gewaltig, bluesig!

Champion Jack Dupree, Louisiana Red, Eddie Boyd... Die Liste der Musiker, die sich in Europa häuslich niederließen, ihren Blues mitbrachten und damit hierzulande erfolgreicher waren als in ihrer Heimat, ist recht lang. Auch Luther Allison lebte 14 Jahre in Europa, bis er schließlich in den USA den großen Durchbruch hatte und zurück ging. 

Und nun haben wir Big Daddy Wilson, einen schwarzen Sänger und Singer/Songwriter, der eine Bleibe in Norddeutschland gefunden hat. Aber bei Big Daddy Wilson verhält es sich etwas anders. Den Blues hatte er nicht mit im Gepäck, als er von drüben kam. Den hat er erst hier entdeckt. Von hier aus startet er nun sein internationales Debüt. 

Big Daddy Wilson wurde vor nicht ganz 50 Jahren in einem kleinen Ort in North Carolina geboren. Edenton hat heute eine Einwohnerzahl von knapp 6000, 55% sind Afroamerikaner, 25% leben unter der Armutsgrenze. "Wir waren auch bitterarm, aber ich hatte eine glückliche Kindheit", sagt Wilson Blount. "Ich bin mit den Geschwistern bei meiner Mutter und meiner Oma aufgezogen worden, sonntags ging es in die Kirche, in der Woche zur Schule. Gearbeitet hab´ ich da auch schon - auf der Tabakplantage. Ich war ein echter Junge vom Land." In der Kirche hat er gesungen, aber auf eine Bühne hätte er sich nie getraut. "Ich war wahnsinnig schüchtern." Die Frauen meinten es gut mit dem Jungen, der ohne Vater aufwuchs und schickten ihn auch unter der Woche oft in die Kirche. Kann ja nicht schaden, wenn man ihn so von Drogen und Straßengangs fernhalten kann. 

Der junge Wilson schmiss im Alter von 16 Jahren die Schule und ging wenig später zur Army. Für einen schwarzen Jugendlichen gab es keine Jobs in Edenton. Er kam nach Deutschland und hatte furchtbares Heimweh. "Ich wollte nach Hause. Als ich hörte, dass man Urlaub bekam, wenn man in den USA heiraten wollte, erfand ich einfach eine Geschichte und erzählte der Army, ich würde heiraten wollen." Aus den 14 Tagen Urlaub wurden sechs Wochen, bis Mom ihm ins Gewissen redete. "Und dann landete ich nach einiger Zeit wieder in Deutschland." Wilson lernte ein Mädchen kennen, das er schließlich heiratete. Seine Frau war der Grund, weshalb er hierblieb. Sie war auch der Grund für ein Gedicht, aus dem später sein erster Song wurde. 

Und dann hörte Wilson den Blues. Daheim in Edenton hatte er eigentlich nur in der Kirche Musik erlebt; und nun ging er zum ersten Mal in seinem Leben in ein Konzert. Es war eine Bluesband. "Ich habe den Blues hier in Deutschland getroffen. Ich wusste bis dahin nicht, was das ist; aber hier fand ich mit dem Blues etwas, was mir mein Leben lang gefehlt hat", sagt Big Daddy Wilson. Und er sagt das ohne Pathos. Es dauerte nicht lange und der schüchterne Mann, der immer nur Gedichte geschrieben hatte, fand Melodien für seine Zeilen. Er ging auf die Bühne, jammte sich quer durch die deutsche Bluesszene, die von der warmen Soulstimme des Newcomers angetan war. Er tourte mit Bands und im Duo durch die Metropolen und veröffentlichte erste Alben. "Meine Schwester kam rüber nach Deutschland, um mich live zu sehen, und sie konnte es nicht fassen. Sie erkannte mich nicht wieder. Meine ganze Schüchternheit war weg – dank meiner Musik."

Mit seinem internationalen Solo-Debüt für das Blues-Label Ruf Records geht Big Daddy Wilson einen Schritt weiter in seiner späten Karriere als Musiker. Für "Love Is The Key" spielte er mit einer kleinen Band ausschließlich eigene Songs ein; bei den Arrangements setzt er auf sparsame, oft akustische Arrangements mit viel Soul. Sein ältestes Lied "Anna", das seiner Frau gewidmet ist, ist natürlich auf den Alben zu hören. Gospel bildet die Grundlage für "Keep Your Faith In Jah", was den Songwriter Wilson natürlich nicht davon abhält, die Talente einer gypsy queen aus New Orleans namens "Jazzy Rose" zu besingen. Für das Thema "Hard Days Work" nutzt Big Daddy Wilson einen monotonen Bass-Beat für hypnotische Wirkungen, "Dreaming" lebt von luftigen Off Beats á la Jamaika. Autobiographische Hintergründe ziehen sich durch viele Songs. "Ain't No Slave" erinnert zum einen an die Geschichte der Afroamerikaner und weist zugleich auf Wilsons gewachsenen Selbstvertrauen hin


Termin

Samstag, 18.11.2017

Location

Beatclub Keller Greven
Martinistr. 2
48268 Greven

Zeitplan

19:00 Uhr Einlass
20:00 Uhr Beginn


 
 
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